Was Nachhilfe ist

Ich bin glücklich über die vielen Eltern und Schüler*innen, die den Wert von Bildung im Allgemeinen und Nachhilfe im Besonderen zu schätzen wissen. Ihre Wertschätzung und Mitarbeit freut meine Lehrkraftkolleg*innen und mich sehr.

Leider haben die in-der-Nachhilfe-Tätigen auch vermehrt mit anderen Zeitgenossen zu tun. Überzogene Erwartungen und unangebrachte, realitätsferne Ansprüche zerstören dabei nicht nur das Verhältnis zwischen Lehrkraft und Schüler*in. Sie verhindern auch eine erfolgreiche Lern- und Notenverbesserung und vermindern damit die Bildungschancen des zu Fördernden. Daher nehme ich mir einen Moment Zeit, um über Möglichkeiten und Rahmenbedingungen von Nachhilfe zu informieren.

Was Nachhilfe nicht ist

Mal eben schnell den 5er-Schüler (6 Wochen vor der MSA-Prüfung) auf einen 2er-Schüler trimmen.

Das geht nur in den Wunschträumen manch überoptimistischer Eltern. Lücken, die über Jahre gewachsen sind, können genauso wenig aus dem Kopf der Schüler*innen herausgepresst werden wie das oft seit langem fehlende Verständnis der Zusammenhänge in ihn hinein.

Bei solch gravierenden fachlichen Problemen ist selbst das Bestehen der Prüfung mit einer 6wöchigen regulären Nachhilfe nur schwer zu erreichen (zumal wir neben den fachlichen Lücken auch von einer fehlenden Lernmotivation aufgrund der schlechten Erfahrungen ausgehen müssen).

Ja, aber er/sie hatte ja immer gute Noten. Er/sie hat nur gerade überhaupt keinen Bock auf Schule…

Liebe Eltern: wir können den Kindern den Weg bereiten, gehen müssen sie ihn selbst. Eine erfolgreiche Nachhilfe ist auf die Mitarbeit der Schüler*innen angewiesen. Fehlende Lernmotivation kann natürlich neu aufgebaut werden. Das benötigt aber Zeit. Solange Ihr Kind sich dem Fach oder dem Lernen verweigert, wird es im Notenbild und in den schulischen Leistungen keine Besserungen geben.


Mal eben ein bisschen Nachhilfe im Fach Deutsch, dann nächstes Mal ein bisschen Mathe.

Auch diese Art der Nachhilfe wird nicht erfolgreich sein. Erfolgreiche Nachhilfe bildet einen in sich schlüssigen Kreislauf:

Dann an den nächsten Lücken arbeiten.

Mit der Zeit kann Ihr Kind auf ein immer größer werdendes Wissensfundament zurückgreifen. Perspektivisch gesehen ist es dann in der Lage, selbständig an Lücken zu arbeiten und sich Wissen anzueignen.

Wenn ich für Nachhilfe bezahle, hat mein Kind gefälligst besser zu werden, egal, ob es regelmäßig kommt oder nicht.

Wer den oberen Abschnitt gelesen hat, erkennt die Problematik in dieser Aussage: Kompetenzen vermitteln und Kompetenzen einüben sind zwei Schritte auf dem Weg zum Erfolg, die zeitnah und wiederholt gegangen werden müssen. Ohne zeitnahe Wiederholung hat Ihr Kind alles Gelernte bereits wieder vergessen, bevor es am Thema weiterarbeitet, und wir drehen uns im Kreis.

Was Nachhilfe ist

Selbstverständlich kann Nachhilfe durchaus sehr gut funktionieren, wenn ein paar kleine Voraussetzungen erfüllt sind. Ein fachlich und pädagogisch kompetenter Nachhilfelehrer ist dabei genauso elementar wie eine gute Beziehung zwischen Schüler*in und Lehrkraft.

Eine gute Nachhilfe ist auf Langfristigkeit angelegt.

Es ist wichtig, dass die Lehrkraft Lernverhalten, Schwierigkeiten und fachliche Voraussetzungen kennt, um passgenaue Nachhilfe durchführen zu können. Je besser sie ihre Schüler*innen einschätzen kann, umso besser kann sie geeignete Aufgaben, Erklärungen und Motivationsmittel auswählen.

Auch Ihr Kind muss seine Lehrkraft und deren Arbeitsweise kennen. Es gewinnt dadurch Sicherheit und entwickelt auch im eigenen Verhalten eine strukturiertere Arbeitsweise.


Eine gute Nachhilfe konzentriert sich auf ein Fach.

Da Nachhilfe einen geschlossenen Kreislauf aus Lücken – Ursachen – Lernen – Einüben – Testen bildet, muss sie regelmäßig im selben Fach stattfinden. Natürlich kann eine Förderung in mehreren Fächern erfolgen. In diesem Falle findet die Nachhilfe mehrmals wöchentlich (ein oder zwei feste Wochentage pro Fach) statt.


Eine gute Nachhilfe erfolgt verlässlich und regelmäßig.

Auch Erwachsene kennen das Phänomen: Arbeiten und Lernen ist an feste Räumlichkeiten und Zeiten gekoppelt. So ist beispielsweise das Arbeiten im gewohnten Büro leichter und erfolgreicher als im ungewohnten Homeoffice. Feste Tage, Räumlichkeiten und Abläufe erleichtern auch Ihrem Kind das Arbeiten und Lernen.


Eine gute Nachhilfe kombiniert aktuellen Schulstoff und Stoff aus früheren Klassenstufen.

Natürlich fällt erst durch aktuelle Noten auf, dass Bedarf an Unterstützung besteht. Allerdings liegen die Ursachen für schlechte Noten meist im fehlenden Stoff vergangener Schuljahre. Daher konzentriert sich Nachhilfe auf Lücken aller Schuljahre und fängt quasi „nebenbei“ aktuelle Arbeiten und Noten auf.


Eine gute Nachhilfe nimmt das Kind und nicht das Klassenziel in den Fokus.

Jedes Kind, dass sich durch seine Lernbemühungen verbesserte, ist erfolgreich. „Besser werden“ bedeutet hier ausdrücklich auch besser verstehen, mehr Freude haben, Interesse entwickeln. Bessere Noten sind ein Resultat aus mehr Verständnis und Lernfreude. Aber auch bei der „besseren“ Note müssen kleine Fortschritte gewürdigt werden.

Das ist ganz besonders wichtig, da Nachhilfeschüler*innen oft sehr schlechte Lernerfahrungen machen mussten. Hier mit überzogenen Erwartungen oder Druck zu agieren, zerstört den vorhandenen Rest an Lernbereitschaft und auch die sich neu entwickelnde Motivation. Ein Kind ohne Lernbereitschaft wird die Lernangebote nicht mehr annehmen – eine Nachhilfe wird unmöglich.

Der Sinn eines Crashkurses

Ja, aber wenn das alles so schlecht sein soll, warum bieten denn andere Anbieter Crash-Kurse an?

Auch ich biete Ihnen für Ihr Kind Ferien-Crash-Kurse an. Innerhalb dieser Kurse können wir nur kleinere Lücken schließen. Es handelt sich um eine Auffrischung und Zusammenfassung aller Lehrinhalte der Klassenstufe/n.

Crashkurse sind für Schüler*innen gedacht, die sich auf die neue Klassenstufe vorbereiten möchten und im alten Schuljahr keine bis nur leichte Probleme hatten dem Soff zu folgen. Bei Schüler*innen mit größeren Schwierigkeiten im Fachlichen werden im Crashkurs Lücken erkannt, die im Anschluss an den Kurs in einer Nachhilfe aufgearbeitet werden können.

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