Förderung mathematischer Vorläuferfähigkeiten

Um möglichst vielen Kindern helfen zu können, habe ich mein Angebot ausgeweitet. Den Anfang machen neue Vorschulgruppen zur Festigung der mathematischen Vorläuferfähigkeiten, die einen erfolgreichen Einstieg in die Schullaufbahn erleichtern. Bei dieser Förderung geht es im Speziellen um visuelle Differenzierungsfähigkeit, räumliches Vorstellen, Mengenauffassung, Zahlbegriff, einfache (rudimentäre) Rechenoperationen, Umgang mit Symbolen, Erfassen abstrakt-logischer Zusammenhänge und Ursache-Wirkungs-Beziehungen. Hierfür wurde an der Otto-v.-Guericke-Universität-Magdeburg durch Prof. Dr. Quaiser-Pohl, Dr. Rademacher u.a. ein spezielles Programm entwickelt, das mit Kindern im Vorschulalter durchgeführt wird. Dieses Programm ist Grundlage meiner Arbeit mit den Vorschulkindern. Was genau können sich die Eltern nun unter dem neuen Angebot vorstellen?


Worum es NICHT geht.

Die Kinder werden weder seitenweise Schwungübungen durchführen noch stupide Zahlenkolonnen schreiben oder nachspuren. Sie werden nicht das Rechnen im 5er-, 10er- oder 20ger-Raum trainieren und auch keinen Blitzblick bzgl. unterschiedlicher Mengendarstellungen üben.

Inhalte des Einstiegsunterrichtes werden nicht vorgezogen, damit es in der Schuleingangsphase nicht zur Unterforderung der Kinder kommt.


Was das Programm beinhaltet.

Innerhalb von 17 Einzelterminen werden Vorläuferfähigkeiten anhand von Anschauungsmaterial und durch Lernspiele vermittelt. Es kommen auch Arbeitsblätter zum Einsatz, die sich als ein Material unter vielen in eine abwechslungsreiche Stundengestaltung einfügen. Die Spiele, Übungen und Arbeitsblätter thematisieren oben genannte Bereiche, die ich nun noch einmal genauer erläutern möchte.

Visuelle Differenzierungsfähigkeit
Hierbei handelt es sich um die Fähigkeit, auch feine Unterschiede wahrzunehmen. Diese Fähigkeit ist eine Voraussetzung zum Unterscheiden von Buchstaben, Zahlen, Symbolen etc. Auch die Fähigkeit der Klassifikation fußt hierauf. Einfach ausgedrückt handelt es sich um die Fähigkeit, Dinge oder Zahlen einer bestimmten Kategorie zuzuordnen – also Über- und Unterkategorien zu bilden und diese zu füllen. Daneben ist das Ordnen von Dingen – z-Bsp. nach größer und kleiner – wichtig.

Räumliches Vorstellen
Das räumliche Vorstellungsvermögen dient dem Geometrieunterricht. Es ist die Fähigkeit, geometrische Objekte sowohl im Raum als auch auf der Ebene darstellen und innerlich verbildlichen zu können. Es ist aber ebenfalls besonders wichtig für die Orientierung im Zahlenraum. Hier denken wir an Vorgänger-Nachfolger, aber auch an das korrekte Schreiben von Zahlen (65 und nicht 56).

Mengenauffassung
Das Mengenverständnis ist nun eine Fähigkeit, dessen Fehlen mir bereits in meiner Förderung der Grundschulkinder täglich begegnet. Besonders fatal ist dies, da das Mengenverständnis ein wichtiger Bestandteil des kompetenten Rechnens ist.

Rechenstrategien können nur dann verstanden und angewendet werden, wenn das Kind die Zusammenhänge erkennt. Die Zusammenhänge fußen dabei auf dem Verständnis von Menge und Teil-Ganzes-Beziehungen. Die Teil-Ganzes-Beziehungen werden dabei ab dem Schuleintritt gefördert.

Im Vorschulprogramm geht es um das Verständnis einer Zahl als unveränderliche Menge. Das heißt: 3 Teller sind gleich 3 Bonbons sind gleich 3 Bälle. Die Menge losgelöst vom Objekt ändert sich nicht. Hierzu können Sie sich gerne meinen Beitrag „Mengenverständnis und Rechenkompetenz“ anschauen.


Zahlbegriff
Die Zahl ist dem Natürlichen nicht inbegriffen. Es handelt sich hier um eine „Erfindung“ des menschlichen Denkens. Daher ist eine Zahl für das Kind zuallererst ein leeres Konstrukt. Es muss zum einen die unterschiedlichen Darstellungen miteinander verknüpfen, zum anderen muss es die unterschiedlichen Bedeutungen einer Zahl verstehen: als konkrete Menge, als fester Platz in einer Reihe, als Angabe von einem Maß (kg, m), als Teil einer Rechenoperation u.s.w.

Auch der Zahlbegriff wird ab Schuleintritt vermehrt trainiert. Im Vorschulbereich geht es hauptsächlich um das Verständnis als feste Zahl in einer Reihe: jede Zahl von 1 bis 20 hat einen festen Platz in der Reihe und darf weder ausgelassen noch vertauscht werden.

Bei vorhandenem Verständnis ist auch das Rückwärtszählen kein Problem. (Dies bitte nicht einfach mechanisch pauken. Das erschwert den Pädagogen und Lehrkräften die Arbeit und das Erkennen von Förderbedarf!!!)

Einfache Rechenoperationen
Hier geht es nicht ums Rechnen. Grundsätzlich verfügt jedes Vorschulkind bereits über elementare Rechenfertigkeiten. Es kennt die Bedeutung von dazukommen und wegnehmen und kann am Objekt zählend zu Ergebnissen kommen.

Leider besitzt nicht jedes Vorschulkind diese grundlegende Fähigkeit. Daher beinhaltet das Programm diesen Bereich zur Veranschaulichung und Festigung des Prinzips.

Umgang mit Symbolen
Mathematik und Schrift bestehen aus abstrakten Symbolen, die stellvertretend für Konkretes stehen. Symbolhaftes Denken und die Fähigkeit zur Abstraktion sind daher wichtige Grundkompetenzen. Es geht nicht nur ums Entschlüsseln, sondern auch ums Herstellen von Beziehungen und Bilden von Analogien.

Abstrakt-logische Zusammenhänge
Mathematik führt durch sein formalisiertes Denken zu widerspruchsfreier und korrekter Begriffsbildung. Durch logisches und formelhaftes Denken kommen wir aus einer oder mehrerer mathematischer Aussagen zu einer daraus resultierenden Aussage, die immer wahr oder falsch ist. Das entspricht nicht dem täglichen Erleben und Denken unserer Kinder. Daher sind abstrakt-logische Zusammenhänge ein Bereich des Programms.

Ursache-Wirkungs-Beziehungen
Wissen und Kompetenzen stehen niemals losgelöst. Das Wesen von Wissen und Kompetenz ist es gerade, Vorhandenes auf neue Situationen und Aufgaben übertragen zu müssen. Hierfür braucht es die Fähigkeit, funktionale Zusammenhänge zu erkennen.

Es geht im Speziellen um „wenn….dann…Beziehungen“ als Vorbereitung auf mathematisches Denken und die kompetente Anwendung von Erlerntem.


Die Übungsstunden

Die Stunden, Spiele und Übungen konzentrieren sich auf das Schaffen und Festigen von Vorläuferkompetenzen in all diesen Bereichen. Dabei sind die einzelnen Kompetenzen und Übungen natürlich stark verzahnt. Und da alleine spielen keinen Spaß macht und Kinder sehr von Gleichaltrigen profitieren, üben wir in einer Kleingruppe von 5 Kindern einmal wöchentlich für 60 Minuten. Wie erwähnt bezieht sich der Kurs auf das Programm „Förderung mathematischer und allgemeiner intellektueller Fähigkeiten im Kindergarten“ der Otto-v.-Guericke-Universität-Magdeburg.


Ablauf und Anmeldung

Das Programm startet im letzten Halbjahr vor dem Schuleintritt – der nächste Kurs damit geplant ab dem 06.02.23 – und umfasst 17 Einheiten. Wunschgemäß plane ich diese Kurse zeitlich jeweils ab 16:00 Uhr. Eine Anmeldung erfolgt jeweils mit Anmeldeschluss 4 Wochen vor Kursbeginn – der nächste Anmeldeschluss damit der 09.01.23.

Es können Kinder angemeldet werden, die sich im letzten Kindergartenjahr vor dem Schuleintritt befinden. Pro Kind und Einheit beträgt die Gebühr 6 Euro.

Alle weiteren Details werden rechtzeitig mit den Eltern besprochen und auf meiner Webseite veröffentlicht. Eine Anmeldung für den nächsten Kurs ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht möglich. Gerne können sich alle interessierten Eltern ganz unverbindlich auf eine Warteliste setzen lassen.

Möchten Sie mir sofort schreiben? Dann gerne einfach ausfüllen…

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